Zwei Gläser Olivenöl im Vergleich, eines mit sichtbaren Verunreinigungen unter der Lupe

Öko-Test 2026: Nur 2 von 30 Olivenölen überzeugen – was das für deinen Einkauf bedeutet

Olivenöl kaufen sollte einfach sein: Flasche mit „nativ extra" ins Regal greifen, fertig. Ein aktueller Test von Öko-Test (Ausgabe Mai 2026) zeigt, dass das leider ein Trugschluss ist.

Olivenöl-Regal im Supermarkt mit vielen verschiedenen Flaschen nativ extra

30 Olivenöle im Test — nur 2 überzeugen vollständig

Öko-Test hat 30 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra" von einem unabhängigen Verkostungspanel bewerten und im Labor auf Schadstoffe untersuchen lassen. Das Ergebnis: Nur zwei der 30 Öle erhielten die Bestnote „Sehr gut". Sieben fielen komplett durch — mit geschmacklichen Mängeln, die laut EU-Verordnung eigentlich das Prädikat „nativ extra" ausschließen sollten.

Pestizide selbst in Bio-Ölen

Besonders auffällig: Fast alle konventionellen Öle im Test enthielten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln — in einem Fall gleich sechs verschiedene in einer einzigen Flasche. Auch mehrere Bio-Öle waren betroffen. Als möglichen Grund nennt Öko-Test unter anderem den Klimawandel: Hitzewellen und Dürren machen Olivenbäume anfälliger für Schädlinge, was den Druck zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der industriellen Produktion erhöht.

Mineralöl in jeder einzigen Flasche

In keinem der 30 getesteten Öle fehlten Spuren von Mineralölbestandteilen — vermutlich Rückstände aus dem industriellen Herstellungs- und Abfüllprozess. Bei einigen Ölen lagen die Werte der kritischer bewerteten Variante sogar im erhöhten Bereich.

Was das für dich als Käufer:in bedeutet

Das Etikett „nativ extra" allein ist offenbar kein verlässliches Qualitätsversprechen mehr. Was zählt, ist Nachvollziehbarkeit: Wer presst dein Öl, wie schnell nach der Ernte — und kannst du das überhaupt nachprüfen?

Bei uns kommt jede Flasche von einem von vier namentlich bekannten istrischen Familienbetrieben — Chiavalon, Ipša, Brist und Al Torcio. Keine anonyme Großabfüllung, keine Vermischung unbekannter Herkunft. Bei unserer Ipsa- und Brist-Linie findest du die tatsächlichen Laborwerte des jeweiligen Öls — freie Fettsäuren, Peroxidzahl — offen auf der Produktseite, nicht nur ein Gütesiegel zum Abhaken.

Uns ist dabei wichtig, ehrlich zu bleiben: Wir haben nicht an diesem Test teilgenommen, und wir können dir keine pauschale Garantie für Pestizid- oder Mineralölfreiheit geben — das kann ehrlicherweise kaum ein Anbieter ohne eigene Laboranalyse. Was wir dir geben können, ist volle Transparenz darüber, woher dein Öl kommt und wer es presst.

Quelle

Öko-Test, Magazin Mai 2026: „Olivenöl-Test: Nur 2 von 30 mit Bestnote". oekotest.de

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Häufige Fragen

Bedeutet "nativ extra" automatisch hohe Qualität?

Nicht zwangsläufig. "Nativ extra" beschreibt die gesetzliche Güteklasse (mechanische Gewinnung, freie Fettsäuren unter 0,8%), sagt aber nichts über Schadstoffbelastung oder tatsächlichen Geschmack aus. Laut Öko-Test hätten mehrere der getesteten "nativ extra"-Öle diese Bezeichnung wegen sensorischer Mängel gar nicht tragen dürfen.

Sind Bio-Olivenöle automatisch pestizidfrei?

Nein. Der Öko-Test 2026 fand Pestizidrückstände auch in mehreren Bio-Olivenölen — vermutlich durch Verwehung oder Verschleppung aus benachbarten Anbauflächen, nicht durch eigenen Einsatz. Die gemessenen Mengen galten laut Test aber als gesundheitlich unbedenklich.

Was ist Mineralöl (MOSH/MOAH) in Olivenöl, und ist das gefährlich?

MOSH und MOAH sind Mineralölbestandteile, die meist aus dem industriellen Herstellungs- oder Abfüllprozess stammen, nicht aus der Olive selbst. Sie fanden sich laut Öko-Test in allen 30 getesteten Ölen zumindest in Spuren. MOAH gilt als kritischer, da einige Vertreter im Verdacht stehen, krebserregend zu sein — die EU arbeitet an verbindlichen Grenzwerten.

Wie erkenne ich vertrauenswürdiges Olivenöl beim Einkauf?

Achte auf Herkunftstransparenz: Wird ein konkreter Erzeuger oder Hof genannt, oder nur ein anonymes Abfüllunternehmen? Stehen Laborwerte wie freie Fettsäuren oder Peroxidzahl offen zur Verfügung? Je kürzer und nachvollziehbarer der Weg von der Ernte bis zur Flasche, desto eher lässt sich Qualität tatsächlich einschätzen.

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